Meine Lebenslinie
Durch meine jahrzehntelange Arbeit im betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz habe ich über die Jahre realisiert, dass nicht vorwiegend mangelnde Maschinensicherheit und Ergonomie sowie der falsche Umgang mit Gefahrstoffen für Langzeiterkrankungen verantwortlich sind. Vielmehr sind es die psychischen Gefährdungen und Belastungen, die in den letzten 20 Jahren signifikant zugenommen haben.
Die folgenden Beispiele werden Sie aus Ihrem Arbeitsleben kennen.
Personelle Verdichtung, schlankes Management, Fachkräftemangel oder – auf den Punkt gebracht – ein Mitarbeiter erledigt, was vorher drei Mitarbeiter gemacht haben. Wie gehe ich mit dieser Belastung persönlich um?
Tägliche Business-E-Mails und deren Priorisierung. „Wie, hast du denn noch nicht meine E-Mail gelesen, ich habe dir doch vor einer halben Stunde eine Anfrage geschrieben?“ Moderne Technologien bringen auch eine veränderte Erwartungshaltung in die Kommunikation. Außerdem können durch E-Mails aufgrund nicht sichtbarer Mimik und Gestik des Gegenübers Missverständnisse und sogar Konflikte entstehen.
Soziale Entfremdung und weniger persönlicher Kontakt in Zeiten der Pandemie und beim mobilen Arbeiten zu Hause, sei es als Arbeitnehmer oder Student, haben neue psychische Belastungen geschaffen, deren Folgen heute noch gar nicht absehbar sind.
Die demographische Entwicklung in den Unternehmen. Wie gehen Unternehmen heutzutage mit älteren Mitarbeitern hinsichtlich ihrer sich verändernden physischen und psychischen Leistungsfähigkeit um?
Bereits aus diesen wenigen Beispielen erkennen Sie, wie eng mein Kontakt zu psychischen Herausforderungen der Menschen in Betrieben ist.
Und im betrieblichen Arbeitsschutz gilt wie in der Klientenzentrierten Gesprächstherapie:
Empathie und Wertschätzung sind Grundvoraussetzungen des Erfolgs.
Psychologie wurde somit über die letzten Jahre immer mehr zu einer Berufung für mich, und ich beschloss, dieses Wissen fachlich weiter zu vertiefen.
Ich wollte Menschen bei ihren mentalen Herausforderungen begleiten und gleichzeitig ein Impulsgeber sein.




